Auch für Nörgler und Nöler
Längst ist wieder Kirschenzeit. Wir können unterm Kirschbaum sitzen, Kirschen essen. "Le Temps de cerises" in Wolf Biermanns deutscher Fassung laut mitsingen und dabei auch die Zeilen "Ich dachte an Deutschland in der Nacht und stocherte in der Asche, doch wer behauptet, ich hätte geweint, der lügt sich was in die Tasche" nicht auslassen.
Apropos Asche: fast jeder kennt den Vogel Phönix, der aus der Asche, zu der er geworden ist, schöner denn je wiedergeboren wird. Er ist das Wappentier der Täterwerkstatt - und das nicht umsonst. Wir hier in der Werkstatt glauben an das Phönixtum: Überwindung schlimmer Gegebenheiten, Neuanfang, Verbesserung; Sieg über Feigheit, Dummheit und Bosheit. Doch wie wir auch wissen, steigt nicht aus jedem Aschehaufen ein Phönix. Manchmal bleibt Asche nur Asche. Ich als grundsätzlich hoffnungsbereite Person würde sagen: na, zumindest ist das Feuer nun aus. Mal sehen, was sich jetzt aus der Lage machen lässt.
Es geht um viel Größeres als den täglichen Bullshit, der um uns herumgaukelt. Während wir noch über Krankschreibungsfristen, Ehegattenmitversicherung in der Krankenkasse, den Achtstundentag, Kopftücher, Halal-Fleisch, die Gesprächsführung von Markus Lanz, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft oder auch biologische Männer in Frauenschutzbereichen diskutieren, läuft die grüne Transformation unserer Gesellschaft immer weiter.
Der Filz aus machthabender Politikerkaste im Innland und EU-weit, NGOs, Behörden, Lobbyisten und Teilen der sogenannten "Zivilgesellschaft" ist gigantisch. Wie groß das Ungleichgewicht im politischen Meinungshufeisen ist, kann man immer am besten am "Umkehrspiel" erkennen.
Das geht so: passiert irgend etwas Interessantes, Auffälliges oder Schlimmes, dann schaut man, wer hier der Beteiligte / Täter (angeblich) ist. Hat man dazu seriöse Informationen, dann spielt man mal kurz durch, was passiert, wenn hier die Vorzeichen verändert werden. Aus links wird rechts, aus Ausländer Deutscher, aus Muslim Christ - und so weiter.
Beispiel Parteitag der AfD am vergangenen Wochenende. Was wäre, wenn ein Parteitag der Linken in ähnlicher Weise von rechtsextremen Kräften attackiert würde wie es u. a. das Bündnis "widersetzen" am vergangenen Wochenende in Erfurt tat? Oder wenn man sich klarmacht, dass es solche "Bündnisse" in der jüngeren deutschen Geschichte schon gab und wer sich da oft begeistert engagierte? Wie nennt man das, wenn politische Machthaber eingehenkelt mit Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern, Künstlern, PolitaktivistInnen, Wirtschaftsführern und teilweise gewalttätigen kriminellen Jugendorganisationen sowie ihren Mitläufern massiv gegen die politische Opposition des Landes vorgehen? Wenn sie dabei demokratische Grundlagen außer acht lassen, den Oppositionellen weder ihre Rechte zugestehen noch sie ungestört ihre Pflichten erledigen lassen? Wenn Gewalt als durchaus adäquates Mittel zum Zweck erscheint und man sich dabei noch auf die Demokratie beruft? Ja, unglaublich, aber wahr: wenn man DAS als "Fest der Demokratie" bezeichnet?! Was ist denn Faschismus, wenn nicht das?
Egal, ob Energiewende oder Massenmigration: die Beteiligten dieses Systems haben es verstanden, sich über Jahrzehnte zu vernetzen, Strukturen aufzubauen und mit/in diesen zu arbeiten. Bei der Partnerwahl ist man da nicht so zimperlich. Linke und Islamisten vertragen sich schon lange blendend; die queerbunte Mischpoke wird vor den Bus geworfen, sobald man sie später nicht mehr braucht.
Es geht nicht um das Wohl unseres Landes oder des Bürgers. Es geht nicht um Freiheit und Wohlstand. Es geht um Machterhalt derjenigen, die ein Gesellschaftsmodell vorantreiben, das die meisten "normalen" Menschen nicht haben wollen und es vehementer ablehnen würden, wenn man sie nicht dauernd ablenken und an der Nase herumführen würde.
Der Bundeskanzler empfahl den Deutschen, nicht so viel zu lamentieren, nicht so faul zu sein, nicht so bequem, nicht so viel krank. Diese "Nörgler und Nöler", die zumindest eine größere Schnittmenge mit den von Frau Bas genannten Einheitsgraubraunen haben, sie sollten "wegtreten". Millionen Menschen haben wir schon "geschenkt gekriegt", die nicht in unsere Kultur passen und mehrheitlich hier nicht klarkommen. Unsere eigenen Werte und Traditionen werden geschliffen - über lange Zeit Bewährtes wird umgestürzt und durch Dysfunktionales oder gar nichts ersetzt. Übrig bleiben Verwirrung, Suche nach neuer Orientierung und die Durchsetzung des Starken gegenüber dem Schwachen.
Diese Machthaber versuchen heute, sich ein neues Volk zu wählen, so, wie es einst Bertold Brecht nach dem 17. Juni 1953 der DDR-Obrigkeit sarkastisch empfahl.
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Lassen wir dieses böse Experiment endlich scheitern und uns auf uns selbst und unsere Stärke besinnen. Genießen wir den Sommer und erfüllen dabei unsere täglichen Aufgaben. Obwohl eine Krankschreibung verlockend wäre. Meinetwegen vom ersten Tag an. Und dann am besten - bis Ende MERZ.
